Hi ClemLOR,
danke für das (Teil-)Review.

Ein paar Anmerkungen:
1. Er übt sich an dem Definitionsversuch der Klassen, will die Unterscheidbarkeit der Klassen an "einem einzelnen fundamentalen" Element ermöglichen. Hierbei versäumt er, den Begriff "fundamental" in irgendeiner Form einzugrenzen.
Fischen im Nebel, zupacken und sehen, was es ist. Erkenntnis gewinnt man oft erst in
mehreren Durchgängen mit zunehmender Schärfe, das ist kein unübliches Vorgehen.
Das sage ich im Text aber auch so.
a) Um das "taktische Rollenspiel" zu klassifizieren, bedient er sich einer wohl weit verbreiteten Lehre über ARS Rollenspiele. Dabei nutzt er Betrachtungen aus der Rollenspielgemeinschaft, die ihrerseits ja Spielsysteme und Spielkonzepte erleben, bewerten und schlussendlich einzuordnen versuchen.
Ich halte Skyrocks Definition eines taktischen Rollenspiels für schlüssig, auch wenn
diese ebenfalls eher aus dem Bauch kommt. Aber ich "bediene mich" oder "nutze"
sie nicht einfach, sondern stelle darauf aufbauend schon eine eigene Definition auf.
Ob das ARS-Konzept selber umstritten ist, ist ab diesem Punkt gar nicht mehr entscheidend.
b) Demgegenüber verweist er für "erzählerische Rollenspiele" auf das Paradebeispiel der frühen World of Darkness Spiele. Hier wird nicht von der Spielergemeinschaft sondern von den jeweiligen Redaktionen und Spieleschmieden der Begriff der "story" implementiert [...] Hier bedient sich Florian Berger also einer Definition, die nicht Ausfluss der Rollenspielgemeinschaft ist, mithin eines Begriffs aus einem völlig anderen Umfeld.
Der Text ist keine Historie des Erzählspieles. Dann wäre er gut doppelt so lang geworden,
und viele finden ihn jetzt schon außerhalb ihrer Mengentoleranz.

[Was wird das erst in einigen Jahren, wenn das Internet mit seinen Häppchentexten die
primäre Lesesozialisationsquelle geworden ist...?

]
Ich verweise kurz auf Forge-Spiele und auch ein deutsches Indie-Spiel. Auf John H.
Kims Liste gibt es noch mehr. Natürlich ist die Quellenlage hier nicht optimal aufgestellt,
keine Frage.
c) Kurz: Er verwendet Definitionen aus sehr unterschiedlichen Quellen, die in ihrer Art bereits fundamental unterschiedlich ausfallen. So etwas zu vergleichen, sorry, das ist arg gewagt.
Naturgemäß sehe ich das nicht so. Ich baue aufgrund von Quellen Begriffe und vergleiche
sie. Das ist zulässig.
Tbh: Nachdem ich mich durch diesen Start hindurch gearbeitet habe, bin ich dem Artikel nicht weiter gefolgt.
Tja, dann bist Du ja zum Kern der Sache gar nicht vorgedrungen: die Begriffe stelle
ich ja am Anfang nur auf, um sie im eigentlichen Hauptteil vergleichen zu können.
Darum dreht sich ja der ganze Text, die Definitionen sind doch nur Geplänkel. In
diesem Licht ist Dein Review natürlich nicht ganz fair - "das Fahrrad sieht doof aus,
mit dem fahre ich nicht". Wenn wir diskutieren wollen, müssen wir das schon über
den ganzen Text.
"Mir aber ist Weisheit zuteil geworden, deshalb erzähl ich Euch, was geht."
Klappern gehört zum Handwerk.

In so schlechter Gesellschaft befinde ich mich damit nicht.
Über das im Text behandelte Thema halte ich übrigens auf dem
NordConam Sa 06. Juni einen
Workshop. Den Stoff bereite ich dafür sehr viel zugänglicher
auf, und es wird vor allem um die Merkmale, ihre Unterschiede und die Konsequenzen
daraus gehen. Die Resonanz ist üblicherweise gut. Du bist herzlich eingeladen.
Viele Grüße,
Florian